Aufgaben der Branche
Erfassen, sortieren, aufbereiten, vermarkten
Die Aufgabe ist es, unlegierten und legierten
Stahlschrott zu erfassen, zu sortieren,
aufzubereiten und zu vermarkten.
Dazu gehören auch das Auto- und Elektronikschrottrecycling
und andere Entsorgungsdienstleistungen wie
z. B. die Bereiche Abbruch und Sanierung.
Der Stahlschrott wird von den Stahlrecycling-Unternehmen
auf der Grundlage von Handelsusancen und
Sortenlisten für den direkten Rohstoffeinsatz
in Stahlwerken und Gießereien qualitätsgesichert
aufbereitet damit er wie der Primärrohstoff Roheisen eingesetzt werden kann.
Stahlschrott wird sowohl national als auch
international vermarktet.
Für die Aufbereitung stehen den
Unternehmen im Wesentlichen Shredderanlagen,
hydraulische Großscheren und Großpressen
zur Verfügung.
Versorgung der Stahlwerke
Der Rohstoff Stahlschrott ist ein weltweit gehandeltes Produkt. Über 40% der Weltstahlproduktion von über einer Mrd t beruht auf dem Einsatz von Stahlschrott. In Tonnen schätzt man rund 500 Millionen.
Aufkommen an Stahlschrott
Das gesamte Aufkommen an unlegiertem
und legiertem Stahlschrott setzt sich zusammen
aus:
- Neuschrott
fällt in der Stahl verarbeitenden
Industrie an
- Altschrott
nicht mehr verwendungsfähige und ausgediente
Gebrauchs- und Industriegüter aus Stahl
- Eigenentfall oder Kreislaufschrott
Schrotte, die in Stahlwerken und Gießereien
als Produktionsrückstände anfallen und
im Rohstoffkreislauf der Werke verbleiben
- Einfuhr
Schrott, der aus der EU und Drittländern
importiert wird
Jahreszahlen Deutschland 2012
Das Jahresaufkommen des Schrottversands (ohne Eigenentfall)
liegt in Deutschland bei 28 Mio. t
- Zukauf Stahlwerke: 15,2 (geschätzt)
- Zukauf Gießereien: 3,6 (geschätzt)
- Ausfuhr: 9,5
- Einfuhr: 5,7
Mitarbeiterzahl/Betriebeanzahl Deutschland
Mitarbeiterzahl: ca. 39 000
Betriebeanzahl: ca. 7 000 (stationär > 3 Mitarbeiter) zuzüglich einer größeren Anzahl kleinerer Sammler
Umsatz der Stahlrecyclingwirtschaft 2003-2012
Schredderwirtschaft
Rund 25 - 30 % des Altschrottaufkommens ist heute sog. Problemschrott, für den ein spezielles Aufbereitungsverfahrens - das Schreddern - angewendet wird.
Mit diesem Verfahren erfolgt neben der Schrottzerkleinerung automatisch eine maschinelle Materialtrennung. Das Endprodukt ist ein Qualitätsschrott mit einer hohen Dichte,
großer Reinheit und weitgehend homogenen Stückgrößen. Dieser Schrott kann in der Industrie unmittelbar zur Stahlerzeugung eingesetzt werden.
Beim Schredderprozess werden Autowracks und leichter Mischschrott aufbereitet, um wertvolle metallische Rohstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen.
Seit Anfang der siebziger Jahre wird Schrott auf diese Art großtechnisch verwertet.
Der Investitionsaufwand für eine moderne Schredderanlage einschließlich Infrastruktur und Umweltschutzeinrichtungen liegt heute bei ca. 12 Mio. Euro.
Technik
Das so genannte Vormaterial wird über ein Förderband zum eigentlichen Schredder transportiert.
Nach der Zerkleinerung in einer Hammermühle wird mittels Windsichtung die flugfähige, nicht metallische Leichtfraktion abgetrennt.
Der Reststrom wird anschließend durch eine Magnetscheidung in die Stahlschrott- und die NE-metallhaltige Schwerfraktion getrennt.
Der Stahlschrott wird in Stahlwerken direkt für die Produktion neuer Stahlprodukte eingesetzt;
die Schwerfraktion nach weiteren Aufbereitungsschritten in Metallschmelzen verwertet.
BREF für Großschredderanlagen – Standpunkt der deutschen Schredderwirtschaft
Bedeutung der Schreddertechnik
- Der Metallgehalt des Schredderstahlschrotts liegt bei nahezu 100 %
- Das Schüttgewicht des Schredderstahlschrotts liegt zwischen 1 t und 2,5 t pro cbm
- Quantitative Abtrennung von NE-Metallen
- Quantitative Abtrennung von nichtmetallischen Stoffen
- Verringerung der metallischen Oberflächenbeschichtungen, wie z.B. Zinn oder Zink durch Abrieb
Standorte
Von den weltweit über 900 Schredderanlagen arbeiten derzeit 50 (einschließlich Mühlen) in Deutschland.
Übersicht Schredderstandorte in Deutschland
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