Stahlrecyclingwirtschaft

Stahlrecyclingwirtschaft – Vom Sammler zum industriellen Aufbereiter

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Branche erheblich verändert. Heute stehen die Sekundärrohstofferfassung, die entsprechende Aufbereitung und die Versorgung der Stahl- und Gießereiindustrie mit Rohstoffen im Vordergrund.

Hohe Qualitätsanforderungen der Abnehmerwerke – u.a. in Schrottsortenlisten dokumentiert – erfordern den Einsatz vielfältiger Aufbereitungsaggregate wie z. B. Schredder, Scheren, Pressen, Fallwerke etc. In der Regel muss aus den metallischen Vormaterialien (aus Haushalten und der Industrie) ein stahlwerkseinsatzfähiger oder gießereieinsatzfähiger Rohstoff produziert werden. Dazu gehört nicht nur die Beachtung metallurgischer Reinheiten, sondern auch die Einhaltung von Grö- ßenvorgaben der verschiedenen Abnehmerwerke. Der heutige Schrotthandel ist mit seiner Maschinenausstattung in der Lage, die jeweiligen Vorgaben zu erfüllen.

Damit dient die Branche in grundlegender Weise dem Schutz der Umwelt. Es wird nicht nur wertvolle Energie, sondern auch Deponieraum gespart. Ein Kreislauf wird qualitativ hochwertig beliebig oft geschlossen. Der alternative Weg der Stahlerzeugung mit Erz und Kohle hat eine wesentlich ungünstigere Umweltbilanz.

Diese politische gewollte Aufbereitung von ökologisch wertvollen Rohstoffen ist inzwischen ein technisch hoch komplexer und strikten rechtlichen Richtlinien unterworfener Prozess und stellt regelmäßig den Auslastungsschwerpunkt eines Recyclingbetriebes dar.

Um die Vermarktung der Schrotte weltweit zu vereinfachen, bedienen sich viele Stahlrecycler spezialisierter Handelshäuser. Diese „Schrotthändler“ sind als reine Makler oder Händler tätig. In der Regel verfügen sie nicht über einen Schrottplatz und die entsprechende maschinelle Ausstattung.

Die stetig steigende Bedeutung der Stahlrecyclingindustrie als umweltrelevanter Faktor spiegelt sich auch in den Branchendaten wieder:

  2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Schrottzukauf 
deutscher Stahlwerke
12,0 Mio. t 15,4 Mio. t 15,8 Mio. t 15,2 Mio. t 15,0 Mio. t 14,7 Mio. t 14,3 Mio. t
Schrottzukauf
deutscher Gießereien
2,7 Mio. t 3,1 Mio. t 3,8 Mio. t 2,6 Mio. t 3,3 Mio. t 3,4 Mio. t 3,4 Mio. t
Schrottexport aus
Deutschland
7,3 Mio. t 9,2 Mio. t 9,7 Mio. t 9,5 Mio. t 9,2 Mio. t 9,1 Mio. t 9,1 Mio. t
Schrottimport nach 
Deutschland
3,9 Mio. t 5,3 Mio. t 6,5 Mio. t 5,7 Mio. t 5,7 Mio. t 5,2 Mio. t 5,2 Mio. t
Beschäftigte in
Stahlrecylingbetrieben
37.000 37.000 37.000 37.000 37.000 37.000 37.000
Umsatz der Stahl-
recylingbetriebe (in €)
10,7 Mrd. 18,0 Mrd. 21,5 Mrd. 19,6 Mrd. 17,1 Mrd. 16,0 Mrd. 11,7 Mrd.

Mehr zur Branche als wichtigen Partner der Stahlindustrie erfahren

Entdecken Sie die Vorteile einer Mitgliedschaft