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BDSV PM / Sondierungspapier der zukünftigen Ampel-Koalition: Stahlrecycler sehen CO2-Einsparung durch Stahlrecycling und Kreislaufwirtschaft noch nicht berücksichtigt

Düsseldorf, 19.10.2021: Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling und Entsorgungsunternehmen e. V. (BDSV) sieht im Sondierungspapier der zukünftigen Ampel-Koalition noch deutlichen Nachverbesserungsbedarf. Dies gilt für allem für die Berücksichtigung des Beitrages, den der Einsatz von Recyclingrohstoffen, darunter Stahl- und Edelstahlschrott, und die Kreislaufwirtschaft im Allgemeinen zum Klimaschutz leisten können. Derzeit finden weder das Recycling noch die Kreislaufwirtschaft im vorliegenden Konsenspapier Berücksichtigung, obwohl es auch die Handschrift der Grünen trägt.

Begrüßt wird hingegen, dass Planungsprozesse sowie Genehmigungen deutlich beschleunigt werden sollen und die Möglichkeit geschaffen werden soll, mit sog. Superabschreibungen für Investitionen in Klimaschutz und Digitalisierung die Konjunktur zu beleben. Davon könnte auch die Stahlrecyclingbranche profitieren, die aus Stahlschrott klimaschonende Recyclingrohstoffe herstellen.

Ebenfalls ausdrücklich begrüßt die BDSV die Absicht, dass das Brennstoffemissionshandelsgesetz und der europäische Emissionshandel im Sinne des EU-Programms „Fit for 55“ überarbeitet werden sollen und der Haushalt auf umwelt- und klimaschädliche Subventionen überprüft werden soll. In diesem Zusammenhang fordert die BDSV, dass die Emissionseinsparung im Vergleich zur Primärroute entlastend im Zertifikatehandel des EU-ETS angerechnet werden. So könnte der Schrotteinsatz gesteigert werden. Mit der Einführung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) sollten die derzeit noch ausgeschlossenen Rohstoffe aufgenommen werden. Alternativ schlägt der Stahlrecyclingverband eine verpflichtende Schrotteinsatzquote vor.

In den nun folgenden Verhandlungen sollte berücksichtigt werden, dass neben den kostenintensiven Technologiesprüngen der Stahlbranche zur Dekarbonisierung vor allem der verstärkte Einsatz des zum Sekundärrohstoff aufbereiteten Stahlschrotts eine technisch ausgereifte und mit vergleichsweise geringen Investitionen umsetzbare Maßnahme darstellt. Im Idealfall werden nach Auffassung der BDSV hochwertige Sekundärrohstoffe aus Edelstahl- und Stahlschrott in Elektrolichtbogenöfen eingeschmolzen und ohne Qualitätseinbußen zu immer wieder neuen Stählen verarbeitet (Multi-Recycling). Dabei sollten die Elektrostahlwerke mit grünem Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Durch das Erschmelzen des Stahlschrotts im Lichtbogenofen entfällt auch die Erzeugung von Wasserstoff mittels Strom, die mit hohen Energieverlusten verbunden ist. Somit entsteht allein durch den Einsatz von Stahlschrott wirklich grüner Stahl, weil der Abbau von endlichen natürlichen Ressourcen vermieden wird und gleichzeitig die CO2-Emissionen gesenkt werden.

Die Verhandlungspartner sprechen sich für die Stärkung des regelbasierten Freihandels auf Grundlage von fairen sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Standards und für eine deutsche und europäische Handelspolitik gegen Protektionismus und unfaire Handelspraktiken aus. Das begrüßt die BDSV sehr – denn gerade für den Stahlschrott ist der freie Welthandel unerlässlich und darf nicht eingeschränkt. Stahlschrott ist ein Klimaschutzprodukt und Klimaschutz kennt keine Staatsgrenzen.

Ansprechpartner

Referent Öffentlichkeitsarbeit und Public Affairs

Ass. jur. Bernd Meyer
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